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entfernung

somnium

 

noch haben keine augen münder

lügen gestraft. noch  

liegt  klarheit in kissen,

tRäumt sich schwarz

-weiß & erfasst

unerhörtes.

vivesco

 

wenn lider sich dem licht

entsiegeln, das wort

nivelliert, sich zum dogma

stilisiert, ist konstrukt

fragment,

fetzen nur der farbfacetten.

 

funebris

 

worte befrieden nur - neu

-rose frei - erkenntnis

zum einheitsbrei,

angst will äsung,

um sitt & satt

in trägheit zu entrinnen.

sinnhaft

suchen nUr wenige,

der plakation zu entkommen.

 

exculpation

 

ich, ich reiße,

schere mir die haare.

eure finger werden

ins nichts greifen,

euer hunger mich satt machen

& jeder schritt

auf mich zu, wird mich

zu mir selbst

entfernen.

 

c)noel

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bigotterie ODER der ja-aber-klamauk

zersprengte gedanken I-XVII ODER fuerte skizzen

zersprengte gedanken

I

 

stimmen verschwimmen.

das meer drängt dröhnend ans gestade.

 möwen zerschreien es.
insekten sirren aggressiv durch flirrende luft.

agua con gas perlt meine augen in zeitloses sein.

sonne. salz.

 eine bastmatte. genäht. die stiche regelmäßig. maschinenschrift.

 die sonne, die lockte, vertreibt zur mittagszeit.

 popel versandet in der nase.

die möwenschreie  -jetzt staccatos von anfängen - atemlose zäsuren.

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 

 

II

 

das nichts fädelt, webt sich von blüte zu duft & die gefühlskälte, diese kluft, verödet.

das leben habe ich gestern unter ungeweihte erde gelegt. irgendjemand sagte,

das leben ist ein werden & gehen. ich verstehe & glaube

nicht. das leben ist ein unendliches ende. das A schon ein O, ein vieleck, ein kreis.

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 

 

III

 

ich sehe auf meine unterschenkel & sehe

meinen vater.

speed-painting zwischen gestern & gegenwart.

der klang ist, verbleibt gegenwart. die nase wendet sich in erinnerung.

patchwork synästhesie.

ich bin das vexierbild meines kindheitsgrauens, ohne acht, ungeschlacht.

bewertend, beurteilend, voller fehler, die ich nur an anderen zu benennen trachte.

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 

 

IV

 

eine kastagnetten spielende kakerlake wog mich im klang,

 doch der darm - infam - trieb mich toilettenwärts.  
danach ließ der balkon nur dieseldonner dumpf vernehmen.

keine kastagnetten, keine grillen mehr.

nüchtern die nacht. ich nicht.

wie der diesel waberte mein hirn vor sich hin.

ganz ohne sinn & sinne.

der trieb war um des treibens willen verkommen.

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 

 

V

 

das meer ein donnern,  dunkel tändelt es mit dem zu gewölktem himmel.

die massen sitzen ihre hoffnung in den gelaterias aus.

beginnen den morgen mit dem ende

der nacht. prosecco oder scharfes

erhitzt den schlund.

urlaub hat etwas vom stillen einer kriegsrepression,

eines unersättlichen hungers. wie fastnacht.

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 

 

VI

 

peter stamm hat ein buch geschrieben über die zumutung des glücks geliebt zu werden.

„sieben jahre“.

ich werde es kaufen & verschenken.

vor jahren wusste ich, sagte ich, dass dieser eine tod nur sex & seelenlosigkeit gebären wird.

self fulfilling prophecy.

amen.

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 

 

VII

 

vom sinnesrausch zum zombi.

die tabletten wechseln die hülle, farben. kurz

ein wenig weniger darben, zum preis

eines verstreuten nichts. es geht, lebt

sich aber nicht. ich muss

meinen kopf ruhig stellen.

 er wackelt. am  morgen

bin ich

dem spiegel ausgewichen. die netzhaut ist

vertraut an solchen tagen. ein dumpf

ist ein dumpf, ist ein dumpf,

hat weder duft noch dornen.

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 

 

VIII

 

die möwen kreischen

heute, sind sie in der überzahl.

ich versuche sie, ihre schreie

werden lauter, der himmel bleibt

bewölkt. ich schließe die augen.

das dröhnen, das meer versöhnt nicht.

seine klammen finger fuchteln in der luft,

nesteln sich durch das grauen. die möwen

sind verzogen, das dröhnen verbleibt.

es war schon kälter, aber endlich.

ein dumpf, ist ein dumpf, ist ein dumpf,

hat weder duft noch dornen.

das brot kann ich nicht brechen.  der hunger ist übermächtig.

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 

 

IX

 

 

die möwen sind verzogen,

kein laut mehr vertraut, auszer das dröhnen,

das dumpf.

kann man mit dem hintern am sand fest frieren?

mein string ließe es zu.

ich könnte versuchen die luft

zu erhitzen. doch das meer würde weiter

speien. unberührt.

 die spatzen pfeifen aus den hecken. geschützt.

zu erfrieren ist zu einfach. ich werde

mich mit der nächsten möwe davonmachen.

der fall sollte mir nicht

zu denken geben.

DOCH,

ich habe mich lieber

verlegt. hinter die hecken. die spatzen

sind ja auch von den dächern gestiegen.

das brot kann ich nicht brechen. der hunger ist übermächtig.

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 

 

X

 

mensch & möwen kehren wieder.

einvernehmlich. auch das gekreisch

der kinder, ihre freude.

 ein dumpf, ist ein dumpf,

ist ein dumpf, hat weder duft noch dornen.

selbst die sonne strahlt – sinnlos –staub erwärmt

sich daran. holländische wortdröpje vom wind

getragen, he heet ist. dazwischen it’s hot,

il fait chaud, fa caldo, hace calor…

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 

 

XI

 

auf der suche nach gefühl, verlor ich

mich. schillernde scheinbarkeiten

netzten meine augen.

der spiegel splitterte bevor er verzerrte.

ich landete im nimmerland. tantalisch,

ohne pan‘s sand. alles verkommt

zur fratze.

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 

 

XII

 

am jandia playa läuft parallel zur uferstrasse

ein weg für jogger, radfahrer, inliner.

rot gestrichen.

3-spurig.

durch schleim- & spuckespuren authentifiziert.

fußgänger nur eindringlinge, schreiten

großschrittig über die markierungen.

man joggt im paar. auch männer

haben den toilettenritus der damen übernommen.

breitschultrig walzen sie auf einen zu. raumfordernd.

mit zusammengestrichenem mund.

nicht willens zu weichen.

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 

 

XIII

 

die rasanz der zeit schmilzt mysterien.

entzauberte hoffnung in der nanosekundengesellschaft.

religion, industrie … verlor. mammon & wissenschaft

regiert. pillen- & skalpellmillionäre, die narziss & dorian

beschwören. technik ist eine metze, überholt sich schlag

-artig, verliert im schweinsgalopp den reiz.

DOCH hier, ganz anders:  wieviele sekunden

hat hier die minute?

entschleunigte zeit, im wüsten wechsel

der temperaturen. keine short-messages, kein mails,

kein small-talk. der wind trägt fetzen.

schrille worte einer amerikanerin.

sie klingt nach coke-, chips light & bridgerunden.

ihr bikini so schrill wie ihre stimme.

dad hat ein short von o‘ neill. sie das kommando.

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 

 

XIV

 

es musste am brot liegen,

ungesäuert bricht man es nicht.

alles besingen konnt‘ nicht

gelingen. es lag  am brot,

dass form vorgaukelte.

 das meer teilte sich

nicht, peitschte gischt

dem zu gewölktem zu, züngelte

sich ins land, zu kristallisierten fluchten.

das brot verzehrte sich

an unserem hunger. wir folgten

des vogels leichten flug

& wähnten uns erhoben, doch

knöcheltief mit satub bedeckt,

hat alles nur betrogen.

der vogel schrie,

im steilen flug & ließ uns wankend

sinken, so suchten wir

auf dörrem grund, mit sinnen

zu entschwinden. doch

sonnenrund war gleißend

hell & ließ uns hölle ahnen,

geblendet liefen wir zu schnell

& hörten nicht das mahnen.

die knospen kargten,

 ast um ast & dörrten

um’s verrecken & staub,

der uns ins auge stach, der

sprach von tumben taten,

von taten die uns

mal zu mal,

auf’s allerfeinste narrten.

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 

 

XV

 

ich streue splitter in die dämmerung,

die komposition fügt sich

nicht, mein auge

verirrt sich in spiegeleien, real

einzig der blutige geschmack, der

die zunge schnalzen macht.

eine taube reckt sich

nach dem ton & verliert

hoffnung auf nahrung.

doch fettleibige krumen ihr schlechtes

gewissen zwischen nervöses

geflatter, die symbolik

gReift auf dem petersplatz

vielLeicht, hier dämmert es

endgültig

 

 

XVI

 

kinder legen staunen in die luft,

die sonne flirrt.

drachen durchschneiden wütend den wind.

schatten minimieren sich dem sonnenstand nach.

füße hüpfen der hitze davon.

der wind kalt, noppt die haut,

trägt nichtssagendes mit sich,

lässt plastik den himmel betanzen.

die spatzen langweilen sich

an uns, nur der sand

tReibt seine kurzweil.

 

 

XVII

 

sie war blick

_los, am gestern gestrandet.

 

tauben vögeln krähen

der wind entreißt vogelschrei,

es passiert

sie eindrucklos.

sand reibt ihre augen feucht,

möwen lachen dazu,

es passiert

sie vorübergehend.

 

it’s hard to feel in paradise, if it’s nothing there than lies.

 c) noel

eine frau, zwei geschichten.

sie, mutter dreier kinder. witwe. dann, in wilder ehe lebend.
er, der neue, schüchtern. bis sie kam, waren seine beiden hände seine besten freunde. jungfrau.
seine mutter, seine ansprechpartnerin.
es war schwer, sagt sie & sucht mein nicken.

ihre tochter silvia sei depressiv, sagt sie & senkt den kopf.
sie spreche dem alkohol zu. sie habe ihr alles gegeben & doch, hätte sie kein gutes wort für sie.
nur ihr sohn rene, nachzügler, liebe sie aufrichtig.
ihre tochter silvia riefe sie an, nachts, betrunken, lallend. mache ihr vorwürfe. spreche von selbsttötung, lache schrill, um dann ins absurde abzugleiten:“aber dann erbe ich nicht dein appartement… apropos, wer erbt es? rene?“
stundenlange tiraden, die irgendwann in kindlichen singsang enden:“ich liebe dich, liebe dich, liebe dich. hörst du?!“

eine frau, zwei geschichten.

ihr gesicht entgleitet. ihre augen suchen halt. ihre braue lehnt sich in die stirne.
sie, mutter dreier kinder, sie war zweimal verheiratet.
es gab noch einen.
die beiden ersten kinder, piere & silvia, waren vom ersten mann.
rene vom zweiten.
ihr erster mann, schlug sie. angebrochener wirbel.
narben am kopf. am arm.
ihr erster mann, den sie nach 6 jahren verließ. ihr erster mann, dem sie die erstgeborene, silvia überließ. guten gewissens. er hatte sie nie geschlagen. nicht, als sie noch da war.
mit elf bat silvia sie aufzunehmen, sagt sie. sie wollte ja, sagt sie; aber ihr zweiter mann lehnte es ab.
sie musste sich entscheiden, fispert sie. sie hatte doch rene mit ihm, haucht sie.

 ©noel

ES

 

nicht mitleid, vielLeicht war mitgefühl  

angesagt. mitgefühl mit dem was geWesen war & doch

hatte ihr wesen sich einen aus

_weg gesucht, der sie im schein existieren ließ & niemand

neben ihr atmen.

ihr weg war weg von der „ich genüge nicht“ welt.

hinzu der „ich mache alles um zu gefallen“ welt.

& dabei tat sie, was das duett nicht gestalten konnte.

eine echo dient keiner symphonie.

doch sie, sie wollte wogen glätten & als nette,

als nette frau erscheinen.

der schein wurde gewahrt.

 

 ©noel

ukase

ukase

 

wir trieben heiß-

spornig,  ungeacht‘ stählerner grenzen,

wir verlernten selbst

die  zeit, bis unser feuer

versagte an kristallklaren geboten

c) noel

so oder ganz anders

 

ich verstreute mich,

kopfscheu,

entführt durch den wind

verspürte ich lust

am unerschöpflichen & überlegungen

enthielten nichts

weiter, als ein sinnen

nach entrinnen

aus dem auszenvor. so

vermengte ich

mich, wortscheu,

mit dem wasser

_spiegel lichtwärts

& barg lächeln

in die strahlen

 

 

c) noel